WER ICH BIN

 

Ist meine Identität nur Erinnerung?
Im Hier und Jetzt mich selbst erlebend
In der Öffnung des Herzens,
die Energie, die in Form eines warmen Lichtstrahles,
Labsales in mich einfließt,
durch meinen Scheitel, Augen, Schultern –
und ausfließen lassen durch die Hände.
Einatmen – ausatmen, Anspannung, Entspannung –
Pause, einen Schritt zurücktreten,
von außen mit Abstand das Werk –
Ich bin das Werk, mein Bild, das ich gerade male, betrachten.
Ein Glücksgefühl steigt auf  aus meinem Herzen
wie Perlen im Sektglas
durchpulst, durchwärmt mich.
Aus mir heraus
Ich bin meine Quelle
Ein Punkt, ein Zentrum
Ich bin meine Eins.

 

 Am Schnittpunkt von Ewigkeit und Unendlichkeit
Liegt der Ursprung des Seins
Und ist der Mensch ein Kind von beiden,
ein Wanderer zwischen den Welten.
Die EINS, die Idee, erste Emanation des Unfassbaren
Strebt nach dem All, ihrer Verwirklichung –
und das All strebt nach der Eins.
Zusammen ergeben sie das lebendige Einssein,
das jeder für sich getrennt nicht vermag.
So Bewegung Leben ist, ist das All dessen Vielfalt,
eingebettet, eingefaltet in den einen Ursprung,
wo zu finden, der Weg in die eigene Mitte führt.

 

Über die Wahrheit

Ich entfalte dazu meine Gedanken als Anhänger des Sowohl-als-auch, mit den Anspruch, daß diese meine Sichtweise nur für mich und jetzt im Augenblick  stimmt.
Für mich gibt es zwei Ebenen zu unterscheiden, wie zwei Seiten einer Münze, die zusammen eben die Münze als solche ergeben.
Es ist die Ewigkeit und die Unendlichkeit, wobei erstere der Endlichkeit angehört.
Die Unendlichkeit, das Numinose, das für mich nicht Faßbare ist ohne Eigenschaften und daher in absoluter Harmonie, denn Eigenschaften gehören für mich zur geschaffenen Welt. Auch das Leben an sich gehört zum Reich des Ewigen, aber Endlichen und ist vom Unendlichen, dem reinen Sein zu unterscheiden.
Ausgehend von der Überzeugung, daß die Welt geistigen Ursprungs ist, anders ist, als wir sie mit unseren begrenzten Sinnen wahrnehmen können, kann ich mir das rein Geistige, die Unendlichkeit nicht vorstellen und gehören alle Spekulationen über ihre Qualität, da diese von meinem Bewußtsein begrenzt sind, zur Endlichkeit.
Nichts desto weniger, ist die Unendlichkeit unser aller Heimat, Ursprung und sind wir in jedem Augenblick unserer Endlichkeit in dieser Welt mit der Unendlichkeit verwoben.
Hierher paßt auch als Einschub meine Meinung, daß meine Freiheit nur relativ ist und nur in der Entwicklung nach innen wächst. Denn das, was ich als frei empfinde, meine Meinungen, meine Gedanken, wer hat sie geprägt? Welche Faktoren haben sie gebildet, wie zB meine Sozialisierung, meine persönlichen Erfahrungen. Für mich ist wirklich alles im Leben, in der Endlichkeit relativ.
Aus einem Grund, der mir nicht bekannt ist, wurde und wird aus dem Ur-Chaos, der Unendlichkeit das Konkrete, Endliche geschaffen, das für uns Sichtbare und das für uns mit unserer begrenzten Wahrnehmungsfähigkeit Unsichtbare, jedoch genauso Vorhandene.
Das geschah vor Jahrmillionen und geschieht heute, jetzt, in jedem Augenblick.
Mit jedem Gedanken schaffe ich mir meine Welt. Gedanken sind Energie mit der Tendenz sich zu verwirklichen und sich zu materialisieren.
Ich bin überzeugt von der Reinkarnation und glaube, daß jeder von uns Menschen bereits die Bewußtseinsstufen des Mineralreiches, der Pflanzen und der Tiere durchlaufen hat. Leben ist Bewegung und wir und alles um uns herum entwickelt sich ständig, ewig weiter. Alle Eigenschaften sind der Dualität, dem Sowohl-als-auch unterworfen.
Vielleicht ist das aber die einzig gültige Wahrheit: Die ewige, endliche Kontinuität des Lebens und die unendliche Kontinuität des Seins.
Darauf gründen unsere Instinkte, die wir in Laufe der Entwicklung erworben haben und das Urvertrauen beim Einschlafen, am nächsten Morgen wieder zu erwachen.
Jedes Wesen kann immer nur sich und die Umwelt aus seinem eigenen Bewußtsein, mit seinen eigenen Filtern wahrnehmen.
Aber ich habe die Möglichkeit mein Bewußtsein zu erweitern, Erfahrungen zu sammeln, mich mit den anderen Wesen auszutauschen, neue Impulse aufzunehmen und abzugeben.
Ich habe aber auch die Möglichkeit zu versteinern, Dogmen als unumstößlich aufzustellen, das ist dann der Fundamentalismus, der aber genauso, halt nach zähem Ringen, von den Wellen der ewigen Veränderung weggespült wird.
Jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit.
Aus meinem eigenen Nichtwissen, meiner Suche, meinem in Beziehung Treten mit meiner Umwelt, aus meinen Irrtümern und aus der Suche aller anderen Wesen entsteht die Bewegung, Dynamik zur Entwicklung des Individuums und des Kollektivs. Alles Geschaffene entwickelt sich. Wir selbst, unsere Familie als Verband, unser Land Österreich, Deutschland und die ganze Erde. Wir alle haben, da wir den gleichen Ursprung haben, Anteil an allem, erfreuen und leiden an der Entwicklung von allem. Wir leiden an den Schmerzen der Erde, die uns als Unwetter begegnen und wir können im gleichen Augenblick uns an der Schönheit einer Blume erfreuen.
Alle Wesen sind Teil des Unendlichen und genauso Teil des Endlichen. Aus der Unvorstellbarkeit des eigenen Ursprungs im Unendlichen, aus der Dynamik des Lebens erwächst, bedingt durch das Quäntchen an Disharmonie, das das Pendel des Lebens zum Schwingen bringt, unsere Sehnsucht und unsere Suche nach dem: Wer bin ich, wo komme ich her, wo gehe ich hin. Daraus entsteht das mystische Streben das ERKENNE DICH SELBST, aber auch Dogmen wie Kirche, Religion, Magie.
Da die Strebungen und Sichtweisen der Menschen so unterschiedlich sind und jeder Mensch ein mehr oder weniger stark ausgebildetes Ego besitzt, sind Regeln des Zusammenlebens nötig. Daraus haben sich die einzelnen Rechtssysteme entwickelt.
Es gibt Rechte, die wir als Europäer als unabdingbar empfinden, wie das Recht auf Leben.
Aber auch das ist schon relativ. Was ist mit Krieg, wo Töten in Kauf genommen wird. Was ist mit Abtreibung? Organentnahme? Wann ist jemand "tot"? Mit dem Ende der meßbaren Hirnströme? Und was ist mit den heute noch unmeßbaren?
Was ist mit Umweltverschmutzungen jeder Art, die mein Leben letztendlich verkürzen? Wer nimmt mir da mein Recht auf Leben? Vielleicht ich sogar selbst, wo ich doch selbst viele "ökologische Sünden" begehe, vieles nicht weiß oder wissen will?




  

 

Über die Schönheit eines Gesichtes
Über Harmonie und Schönheit im Allgemeinen



Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist der Bildbeginn zu „Die Sonnenpferde“ und die Kritik eines zur Kritik Berufenen, am linken Auge einer der Figuren sei etwas nicht in Ordnung.
Tatsächlich, die Frau rechts oben in der Komposition des Bildes schielte.
Die Ausbesserung erfolgte durch Verdichtung des Schattens. Eine Kleinigkeit, bestehend aus einem einzigen schwarzen Punkt und einem einzigen Strich, aber groß in der Wirkung.
Diese Erfahrung veranlaßt mich die Gedanken weiterzuspinnen.
Die Blickrichtung und somit die Energie des rechten Auges und des Gesichtes an sich, geht schräg nach links unten. Durch die fehlerhafte Licht- und Schattensetzung des linken Auges, ging die Blickrichtung, somit Energiefluß nicht parallel zum rechten Auge nach links unten, sondern kreuzte nach rechts-unten. Diese Irritation könnte man doch auch bewußt einsetzen bei der naturgetreuen Wiedergabe eines in sich unharmonischen Gesichtes  mit einander gegenläufigen Energiebahnen, was der Realität wohl gar nicht so entgegen wäre. Denn sind nicht die allermeisten Menschen in ihren Alltagssorgen und Wünschen verstrickt?
Wieso ist ein glückliches Gesicht, auch wenn es den Modekriterien an sich nicht entspricht, klar und schön?
Was nehme ich beim Anblick eines Gesichtes bewußt und unbewußt wahr?
Das Gesicht eines Menschen stelle ich mir vor wie den Bildschirm eines PC´s.
Ich kann dort vielerlei Dateien übereinander legen und kann ich den Inhalt dieser Dateien mehr oder weniger selbst bestimmen.
Stellen wir uns alle Dateien unseres Hier und jetzt vor als durchsichtige Folien und jeder Gedanke erzeugt eine Beschriftung und Färbung je einer Folie. Alle diese Folien werden übereinandergelegt und ich sehe die Gesamtheit meines Seins, meiner Gedanken. Die tieferen Schichten sehe ich undeutlicher, das Aktuelle, oft mit intensiven Gefühlswallungen verbunden, mehr im Vordergrund. All diese übereinander gelegten bunten Folien ergeben bei der Ansicht von außen ein Bild des Chaos. Viel zu viele Schichten, deren Energieflüsse gegenläufig sind.
Lenke ich nun meine Gedanken bewußt in aufbauende, lichtvolle Bereiche, lerne ich strukturiert und klar zu denken und führe ich ein einigermaßen korrektes Leben, entlasse ich belastende Inhalte durch Rekapitulation, zum Beispiel am Abend vor dem Einschlafen den Tagesablauf rückläufig vor dem inneren Auge wertungsfrei vorbeiziehen zu lassen, leere ich damit meinen Papierkorb aus und bringe den verbleibenden Inhalt der Folien mehr in Harmonie. Die Folien werden damit wieder durchsichtiger, das Chaos klärt zu Struktur.
Je mehr Folien übereinander liegen, desto vielschichtiger die Persönlichkeit mit einerseits verstärktem Ego, andererseits aber auch mit mehr Potenzial an Erkenntnisfähigkeit.
Alle diese übereinander liegenden Folien und deren Gesamteindruck werden mehr oder weniger bewußt von der Umwelt, den anderen beseelten Geschöpfen wahrgenommen.
Je klarer das Denken, desto klarer die Linien des Gesichtes, desto harmonischer mein Sein.
Die Schönheit und Klarheit der Gesichtszüge sind untrennbar mit der Reinheit und Klarheit der Gedanken verbunden.
Das reine Licht meiner Eins tritt durch Widerspiegelung in Beziehung mit seiner eigenen Projektion nach außen. Bewegung entsteht, das ist das Wesen des Lebens und jeder Impuls des Instinktes und jeder Gedanke seit ewigen Zeiten legt Folie um Folie über das strahlend helle Licht meines Seelenkernes.
Durch mich hindurch schimmert dieses Licht im Alltag als mehr oder weniger trüber Schatten und verdunkeln die Folienschichten meine eigene Wahrnehmungsfähigkeit, und zwar meiner selbst und meiner Unwelt.

Gedanken lesen, nonverbale Kommunikation mit anderen Wesen funktioniert dann so, daß ich aus der Gesamtheit meines Vis-à-vis die spezielle Folie mit dem einen speziellen Gedanken aufgrund gesteigerter Wahrnehmungsfähigkeit aufnehmen kann und um den Inhalt weiß.
Es mag daher vorkommen, ab und an, dass ein feinfühliger Mensch bei anderen Menschen für den Bruchteil einer Sekunde ein anderes Gesicht sieht, manchmal ein fein vergeistigtes und manchmal auch ein erschreckend häßliches. Für einen kurzen Augenblick nur, um dann wieder das gewohnte „Alltagsgesicht“ zu sehen. Aber ich bin mir sicher, dass jeder unbewußt die zahlreichen Gesichter seines Gegenüber wahrnimmt, sei es durch diffuse Ahnung oder durch ein klares Bild, verbunden mit einer unumstößlichen Gewißheit.

 

 

 

 

DAS GOLD IN DER ALCHEMIE

 

Das Gold des Alchemysten liegt nirgendwo anders verborgen, als tief im Inneren des eigenen Seins. Dem Leben inhärent ist das ewige Werden-Vergehen-Werden im Kreislauf der Natur.
Auf seinem an Abenteuern reichen Weg nach innen steigt der Myste als Wanderer zwischen den Welten hinab in seine eigenen Seelenlandschaften. Seine eigenen Schatten mögen ihm auf dieser Reise zu sich selbst begegnen, vielleicht als Vögel, die aus blutrotem Meer kreischend aufsteigen. Tastend Schritt für Schritt bewegt er sich fort im  Nebel der eigenen Bewusstseinsschichten.
Geleitet, geschützt durch die Stimme des goldenen Funkens, den jeder Mensch in sich trägt, durchschreitet er Tor für Tor. Er schafft sich Harmonie durch den Ausgleich der Elemente, durch die Verbindung des Endlichen mit dem Unendlichen vermittels der den Dingen innewohnenden Ordnung, die es zu erkennen gilt. In jedem einzelnen Augenblick erschaffe ich mir Welt. Es ist vollbracht, wenn Feuer und Wasser als Widerspiegelung des Einen, des Göttlichen in mir im Gleichgewicht wirken, ausgedrückt durch Das Feurige-Feuchte.

Gedankensplitter

 

Im allertiefsten Kern unseres Seins sind wir EINS.
Eins
mit all unseren Persönlichkeitsschichten,
die ich mit meinen
eigenen Instinkten und Gedanken
Schicht um Schicht
wie feine
Seidengewänder um meinen Seelenkern gelegt habe.
Aber mein
Seelenkern ist auch Dein Seelenkern,
ist unser aller der belebten
Wesen Seelenkern.
In der Widerspiegelung, der ZWEI, dem
Du
erkennen wir uns wieder
mit dem Du trete ich in
Kontakt.
Interaktion entsteht – die DREI.
Es entsteht das
Sowohl-als-auch,
Licht und Schatten.
Bewegung ist Leben.
In
der Eins bin ich ganz, heil.
Alles ist im Potential
vorhanden.
Aber weiß ich das auch?
Nimmt nicht mit jeder
Schicht um meinen Seelenkern
das Durchströmen Können meines
Bewusstseins ab?
Bedingt mein Suchen nicht auch die Bewegung?
Das
Wechselspiel von Licht und Schatten –
aus meinem Nichtwissen
heraus –
Ist es nicht notwendig für Veränderung?
Was
erkenne ich in der Zwei?
Mich selbst oder Dich?
Oder gar das
WIR?
Ich sage: Ich liebe Dich
Meine ich dabei mich?